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Der Untertan - "Hurraahhhh!!! Da kommt der Kaiser!!!" Diederich Heling, ein ewig deutsches Thema. Kurt Tucholsky brachte es wie immer auf den Punkt, als er Heinrich Manns Roman ber den Aufstieg eines Erzopportunisten als "Herbarium des deutschen Mannes" bezeichnete. "Hier ist er ganz -- in seiner Religiositt, seiner Erfolgsanbeterei und namenlosen Zivilfeigheit". Der Untertan, die Geschichte Diederich Helings, in jungen Jahren von einem drakonisch strafenden Vater und einer saumseligen Mutter grogezogen, anschlieend weiter zurechtgeschliffen im Schul- und Militrdrill der wilhelminischen ra, gert bei Heinrich Mann zum Fallbeispiel deutscher Katzbuckelei und Tyrannenmentalitt, die sich Macht und Gewaltstrukturen unterwirft, um letztlich an ihnen teilhaben zu drfen. Heling, vordergrndig als Aufsteiger gefeiert, bernimmt die vterliche Papierfabrik und wird zum mchtigsten Brger der fiktiven Kleinstadt Netzig. In seiner Mimikri geht er dabei soweit, neben der chauvinistischen Phrasendrescherei der Deutschnationalen auch noch das uere Erscheinungsbild des Kaisers zu imitieren. Eine "Bilderbuchkarriere", wie sie nur durch "ein Sinken der Menschenwrde unter jedes bekannte Ma" zustande kommen konnte, wie Heinrich Mann in einem Brief von 1906 festhielt.


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Book Details

️Book Title : Der Untertan
⚡Book Author : Heinrich Mann
⚡Page : 494 pages
⚡Published September 7th 1997 by Fischer-Taschenbuch-Verlag (first published 1918)


Der Untertan

"Hurraahhhh!!! Da kommt der Kaiser!!!" Diederich Heling, ein ewig deutsches Thema. Kurt Tucholsky brachte es wie immer auf den Punkt, als er Heinrich Manns Roman ber den Aufstieg eines Erzopportunisten als "Herbarium des deutschen Mannes" bezeichnete. "Hier ist er ganz -- in seiner Religiositt, seiner Erfolgsanbeterei und namenlosen Zivilfeigheit". Der Untertan, die Geschichte Diederich Helings, in jungen Jahren von einem drakonisch strafenden Vater und einer saumseligen Mutter grogezogen, anschlieend weiter zurechtgeschliffen im Schul- und Militrdrill der wilhelminischen ra, gert bei Heinrich Mann zum Fallbeispiel deutscher Katzbuckelei und Tyrannenmentalitt, die sich Macht und Gewaltstrukturen unterwirft, um letztlich an ihnen teilhaben zu drfen. Heling, vordergrndig als Aufsteiger gefeiert, bernimmt die vterliche Papierfabrik und wird zum mchtigsten Brger der fiktiven Kleinstadt Netzig. In seiner Mimikri geht er dabei soweit, neben der chauvinistischen Phrasendrescherei der Deutschnationalen auch noch das uere Erscheinungsbild des Kaisers zu imitieren. Eine "Bilderbuchkarriere", wie sie nur durch "ein Sinken der Menschenwrde unter jedes bekannte Ma" zustande kommen konnte, wie Heinrich Mann in einem Brief von 1906 festhielt.

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